Die Vertrauens-Meldestelle

Unsere gemeinsam angelegte Vertrauens-Meldestelle verstehen wir als ein vertrauensbildendes Organ für alle unsere Einrichtungen, das auch präventiv mit Mitarbeiter/inne/n, Werkstattmitarbeiter/innen, Schüler/innen, Angehörigen, Betreuern und Erziehungsberechtigten arbeitet.

Jeder, der ein besonderes Ohr für ein Anliegen oder Problem sucht, findet hier Offenheit, Hilfe, Unterstützung und Gesprächsbereitschaft.

Näheres erfahren Sie in dem Flyer der Vertrauens-Meldestelle

oder dem Konzept für Gewaltprävention.

 

 

 

Selbstbehauptung und selbstbestimmte Sexualität für Menschen mit Behinderung

Menschen mit Behinderung müssen neben der Bewältigung des Alltags auch mit fehlender Anerkennung, übertriebener Anteilnahme und Respektlosigkeit umgehen. Sie müssen sich gegen Mobbing oder Ausgrenzung wehren können. Menschen mit Behinderung sollen ihre eigenen Interessen vertreten, Konflikte gewaltfrei lösen und selbstbestimmt handeln. Sie brauchen soziale Kompetenzen, um Probleme selbständig zu lösen und den Mut zum „Nein“ zu entwickeln. Die praktischen Erfahrungen der eigenen Fähigkeiten stärken das Ich und vermitteln Handlungssicherheit. Deshalb möchten wir weiterhin Selbstbehauptungskurse und Grundlagenseminare für Menschen mit Behinderung anbieten.

Für dieses Vorhaben konnten Coachs gewonnen werden, die jeweils auf geschlechtsspezifische Themen eingehen und Verteidigung mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern trainieren. Darüber hinaus zeigt die aktuelle Debatte über sexualisierte Gewalt insbesondere gegenüber Frauen mit geistiger Behinderung, dass Schutzmechanismen entwickelt werden müssen, um Gewalt zu verhindern.

Um die SchülerInnen und MitarbeiterInnen dauerhaft zu stärken und für das Thema zu sensibilisieren sollen die Kurse in regelmäßigen Abständen von Herbst 2016 bis Sommer 2018 stattfinden.

 

wir freuen uns über die Förderung

durch die glückspirale

Selbstbehauptungskurs für Frauen und Mädchen mit Behinderung

Laut einer aktuellen Studie haben Frauen und Mädchen mit Behinderung ein vermehrtes Risiko, Opfer von Gewalt zu werden. Gerade Frauen und Mädchen erleben dabei oft sexualisierte Gewalt in Form von körperlichen und/ oder verbalen Grenzüberschreitungen.

AURA Nürnberg e.V. arbeitet im Bereich Gewaltprävention seit über 25 Jahren in Nürnberg  auch für Frauen und Mädchen mit Behinderung.

Besonders wichtig ist uns, die Frauen und Mädchen in ihrer eigenen Wahrnehmung, ihren Gefühlen und somit auch in ihrer Persönlichkeit und Selbstwert zu stärken!

Folgende Themen werden im Kurs behandelt und geübt:

–          Mein Körper gehört mir

–          Wo beginnt und was ist Gewalt

–          Ich darf Nein sagen und mir Hilfe holen

–           Die eigene Kraft spüren

–           Ich darf mich wehren

 

In den Kursen achten wir auf kleine Gruppen und individuelles Eingehen auf die körperlichen, geistigen und psychischen Möglichkeiten der Frauen.

Methoden sind: Gespräch, Körperübungen, Rollenspiele und Wahrnehmungsübungen.

Die Kurse werden in leichter Sprache durchgeführt und die Frauen und Mädchen haben auch die Möglichkeit über bereits erlebte Gewalt in einem geschützten Rahmen zu sprechen!

Die Kursleiterin, Birgit Meno Metz hat langjährige Erfahrung und Weiterbildungen im Bereich „ Arbeit mit behinderten Frauen und Mädchen“

 

Selbstbehauptungskurs für Jungs und Männer mit Behinderung

Die meisten Opfer körperlicher Gewalt sind männlich. Da sich Gewalttäter immer Opfer suchen, die in ihren Augen schwach und hilflos erscheinen, sind hier Jungen und Männer mit körperlichen und kognitiven Einschränkungen in besonderem Maß gefährdet. Im Vergleich zu sogenannten „normalen“ Gleichaltrigen tragen sie auch ein größeres Risiko, Opfer sexueller Übergriffe zu werden.

Bei den Trainings geht es vor allem darum, die Teilnehmer in Kontakt mit ihren eigenen Kräften zu bringen. „Die meisten muss ich immer wieder ermutigen, ihre Kräfte auch einzusetzen“ fasst Dollweber seine Erfahrungen hier in Zerzabelshof zusammen. Aber es gibt auch Einzelne, die beim Einsatz ihrer Kräfte übers Ziel hinausschießen. In Notsituationen würde dies zu einer unkalkulierbaren Eskalation führen. Hier ist es die Aufgabe des Trainers, bei Raufübungen und Kampfspielen einen guten, nicht destruktiven Umgang mit der eigenen Kraft zu vermitteln.

Wichtig ist es aber zuallererst, Bedrohungssituationen zu erkennen und wenn möglich zu vermeiden. Weiß ich um meine eigenen Grenzen? Kann ich diese deutlich machen, wenn mir jemand zu nahe kommt? Spüre ich, wenn ich jemand Anderem zu nahe komme? Wie wirke ich auf andere Menschen? Strahle ich Selbstbewusstsein aus oder Unsicherheit? der Trainer wird auch einfache Selbstverteidigungstechniken für Bedrohungssituationen vermitteln und mit den Jungs und Männern üben, wenn nötig Hilfe zu holen.

Höhepunkt der Trainings werden Boxkämpfe sein, allerdings mit im Vergleich zum olympischen Boxen entschärften Regeln. Es wird zwar mit Vollkontakt gekämpft, aber verboten sind Schläge auf den Kopf. Erlaubt sind nur kontrollierte gerade Schläge zum Körper, keine Schwinger oder Aufwärtshaken. Dieses so begrenzte Sparring ist eine gute Möglichkeit, die eigene Kraft und die des Mitkämpfers kennen zu lernen. Es wird ein guter Umgang mit der eigenen Kraft erlernt, ohne dass jemand zu Schaden kommt.  Es geht nicht darum, den Anderen zu schädigen, sondern sich gegenseitig Kraft zu geben. Ziel ist es, sich mit ganzer Kraft, aber in Achtsamkeit miteinander zu messen, dabei die eigenen Grenzen zu erfahren und gemeinsam an diesen Grenzen zu wachsen.

Als Trainer konnte zum zweiten Mal Ralf Dollweber gewonnen werden, seit vielen Jahren erfahren in der Durchführung von Selbstbehauptungskursen, in der Anleitung von Kampfspielen und in der Arbeit mit Jungs und Männern.

 

Selbstbestimmte Sexualität für Menschen mit Behinderung

Viele Menschen mit geistiger Behinderung haben ein negatives Selbstbild und nehmen ihren Körper wenig wahr. Herauszufinden was der jeweilige Mensch an sich selber schön findet, lässt ein positives Selbstbild entstehen. Durch das Wissen über sich selber und die Erfahrung eigener und fremder Grenzen, können sich Menschen mit Behinderung besser vor sexualisierter Gewalt schützen. Ziel ist es Übergriffe zu erkennen, benennen zu können und sich Hilfe zu holen. Methoden sind leichte Sprache, Rollenspiele, der Einsatz von Bildmaterialeien, Filmen, haptischen Materialien etc. Sie ermöglichen die Auseinandersetzung und das Verständnis z.B. von körperlichen Vorgängen, Verständnis von Gefühlen, abstrakten Begriffen und Inhalten auf dem entsprechenden Niveau.

Wie ist das eigentlich so mit dem Sex? Was spielt sich da in meinem Körper ab? Welche Berührungen mag ich, welche mag ich nicht? Was ist überhaupt Liebe? Und viele weitere Fragen können hier gestellt und beantwortet werden.

Hierfür konnte Frau Petra Schyma gewonnen werden. Sie  ist  Referentin für Sexualpädagogik und Prävention für Menschen mit Behinderung.